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Nicht jeder ist schon mit unseren Bögen vertraut, und auch Wissen um Kohlefaser-Werkstoffe ist noch lange kein Allgemeingut. Einige der am häufigsten auftretenden Fragen möchten wir versuchen hier zu beantworten. 1. Welche Lebensdauer hat eigentlich ein Kohlefaserbogen? 2. Warum ist denn die Biegung eines Arcus-Bogens flacher als bei einem Holzbogen? 3. Kann denn ein Kohlefaserbogen überhaupt so gut klingen wie ein Holzbogen? 4. Welche Wertentwicklung kann ich von einem Arcus-Bogen erwarten? 5. Man hört und liest ja immer wieder, dass Bögen ein ganz bestimmtes Gewicht haben müssen. Warum eigentlich? 6. Gibt es die Kohlefaserbögen nur wegen der Probleme mit Fernambukholz? 7. Sind die Kohlefaserbögen alle gleich? 8. Die Arcus-Bögen sind ja sehr leicht. Kann man die denn nicht schwerer machen? 9. Kann man denn, wenn man sich mal an einen Arcus gewöhnt hat, überhaupt noch mit einem "normalen" Bogen spielen? 1. Welche Lebensdauer hat eigentlich ein Kohlefaserbogen? Das hängt natürlich immer von den Umständen ab, aber normalerweise beträgt die Lebensdauer eines Arcus-Bogens das Vielfache eines Holzbogens. Der Bruch einer Stange ist durch die sehr hohe Festigkeit nahezu ausgeschlossen, ebenso die Bildung von Rissen oder der Verschleiß im Griffbereich. Auch ein Abrieb durch die Saiten ist durch die hohe Härte einer Arcus-Stange so gut wie ausgeschlossen. Außerdem lässt die Biegung nie nach. 2. Warum ist denn die Biegung der Stange flacher als bei einem Holzbogen? Die Kombination von hoher Biegesteifigkeit mit einer flacheren Biegung führt zu den ausgezeichneten Spieleigenschaften der Arcus-Bögen: So erhält man bei normal starker Spannung des Bezugs genau die richtigen Sprungeigenschaften - Trotzdem drückt man, anders als bei "normalen" Bögen, auch bei sehr starkem Spiel die Stange nicht auf die Saiten durch (was sowohl den Klang beeinträchtigt als auch die Haare beschädigt). 3. Kann denn ein Kohlefaserbogen überhaupt so gut klingen wie ein Holzbogen? Tatsächlich besitzen Kohlefasern durch ihre einmalig hohe Schallleitgeschwindigkeit und die geringe Eigendämpfung ein fantastisches Potential. Durch ihre Faserstruktur ist ihr Klang potentiell weich und rund. Ein optimaler Werkstoff ist aber noch lange keine Garantie für einen optimalen Klang, was man zum Beispiel bei den Instrumenten leicht beobachten kann. Erst die richtige Konstruktion und eine handwerklich perfekte Ausführung führen zum gewünschten Ergebnis. Bislang hat in jedem uns bekannten direkten Vergleich ein Arcus Cadenza jeden anderen Bogen, egal aus welchem Material, klanglich übertroffen. Die Concerto liegen etwa auf dem Niveau der besten Holzbögen. 4. Welche Wertentwicklung kann ich von einem Arcus-Bogen erwarten? Obwohl wir in den vergangenen Jahren inzwischen mehr als 3.000 Bögen gebaut und verkauft haben, gibt es fast keine gebrauchten Arcus-Bögen auf dem Markt. Nach allem was wir wissen, trennt sich kaum jemand, der einmal seinen Arcus gefunden hat, wieder davon. Die meisten Ausnahmen, die wir von dieser Regel kennen, sind Musiker, die einen Arcus-Bogen aus einer höheren Kategorie erwerben wollen. Viele unserer Händler (und auch wir) nehmen in diesem Fall den anderen Bogen zum Originalpreis abzüglich der notwendigen Reparaturkosten (Bezug, Daumenleder, Reinigung) in Zahlung. 5. Man hört und liest ja immer wieder, dass Bögen ein ganz bestimmtes Gewicht haben müssen. Warum eigentlich? Bogenmacher zu allen Zeiten stehen immer vor der Aufgabe, eine möglichst hohe Steifigkeit der Stange (Fortissimo, Akkorde, Sprungkraft) mit einem möglichst geringen Gewicht (Beweglichkeit, Schnelligkeit) zu verbinden. Die Steifigkeit hängt hauptsächlich vom Durchmesser der Stange ab. Mit dem Durchmesser einer massiven Stange nimmt aber auch leider ihr Gewicht zu. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade relativ schweres Holz einen schönen, geräuscharmen Klang ergibt. Für eine modern eingerichtete Violine hat sich daher über die Zeit ein Kompromiss bei etwa 60 Gramm als günstig herauskristallisiert. Mit der Verwendung von Kohlefaser sowie einer hohlen Bauweise können wir diesen Kompromiss verlassen und völlig unabhängig von solchen Zwängen die Steifigkeit (Spannkraft) der Stangen und ihre Klangeigenschaften einrichten. 6. Gibt es die Kohlefaserbögen nur wegen der Probleme mit Fernambukholz? Der Mangel an gutem, dabei bezahlbaren Fernambukholz ist tatsächlich ein Grund für die inzwischen starke Verbreitung von Kohlefaser- und Glasfaserbögen im Bereich der preiswerteren Bögen. Diese Bögen sind in der Regel von relativ einfacher Bauweise und übertreffen doch in ihren Eigenschaften preislich vergleichbare Holzbögen. Daneben ist ihre Robustheit ein sehr wichtiger Aspekt gerade im Schülerbereich. Das sehen wir natürlich auch positiv, aber für uns waren eigentlich hauptsächlich die fantastischen Eigenschaften der Kohlefaser der Grund, damit Bögen zu bauen. 7. Sind die Kohlefaserbögen alle gleich? Nicht einmal wir schaffen es, selbst bei aller Mühe die wir uns geben, zwei wirklich identische Bögen zu bauen. Der Grund darin liegt in der Faserstruktur. Schon mit bloßem Auge kann man bei näherer Betrachtung die "chaotische" Orientierung der Stangen erkennen. Dies entspricht etwa der Faserstruktur von Holz. Mit eher homogenen Werkstoffen, wie zum Beispiel Stahl, könnte es vielleicht gelingen, sehr gleichmäßige Bögen zu bauen - wenn das denn erstrebenswert wäre. 8. Die Arcus-Bögen sind ja sehr leicht. Kann man die denn nicht schwerer machen? Nichts wäre leichter als das. Indem wir die Stange zum Beispiel mit Blei ausgießen würden, könnten wir einen Violinbogen locker auf 250 Gramm bringen. 9. Kann man denn, wenn man sich mal an einen Arcus gewöhnt hat, überhaupt noch mit einem "normalen" Bogen spielen? Mit schöner Regelmäßigkeit berichten uns Musiker, dass sie "alte" bogentechnische Probleme mit ihrem neuen Arcus endlich gelöst haben, und das nun auch mit einem klassischen Bogen funktioniert, wenn auch mit etwas mehr Mühe. Dieses Phänomen erklärt sich vielleicht am besten mit Hinblick auf die Entwicklung einer sehr entspannten rechten Hand in Kombination mit dem "fehlerfreien" Spielverhalten der Arcus-Bögen. Tatsächlich gibt es einige Musiker, die öfter zwischen ihrem Arcus und ihrem besten Holzbogen hin und her wechseln, da dies ihre Bogentechnik frisch hält. Von den meisten Musikern wissen wir allerdings, dass sie fast ausschließlich mit ihrem Arcus spielen, einfach weil sie dessen Komfort, Sicherheit und Klang nicht mehr missen möchten. Die Meinung der Musiker zu den Arcus-Bögen. Alles zur Konstruktion, Konzeption und Herstellung unserer Bögen.
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