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Forschung

Ganz ähnlich wie in der Musik (und zahllosen anderen Disziplinen) hängt auch in der Forschung der Erfolg "leider" zum größten Teil vom Fleiß ab und nur zum geringsten Teil von der Inspiration: Eine Theorie zu formulieren ist relativ einfach. Sie zu bestätigen oder zu widerlegen dagegen eine ganz andere Sache. Und schließlich führt einen diese Arbeit oft genug auf völliges Neuland...

Von unserer theoretischen und praktischen Arbeit hier ein paar Beispiele:

1. Die Bedeutung der Schalleitgeschwindigkeit im Bogen

2. Die Stimmung der Bögen (und Instrumente)

3. Das Rauschen - der Saiten - oder sind es die Bögen?

4. Schmerzen in Hand und Arm - Wo liegt die Ursache: In der Spieltechnik oder im Bogen?


1. Die Bedeutung der Schalleitgeschwindigkeit im Bogen

Theorie: Je höher die Schalleitgeschwindigkeit einer Bogenstange, desto besser Klang und Spieleigenschaften. (Unter Bezug auf Maestro Giovanni Lucchi's bahnbrechende Arbeiten.)

Praxis: Alle unsere Bögen haben eine sehr gleichmäßige Schalleitgeschwindigkeit von etwa 7.300 m/s. Holzbögen liegen maximal bei etwa 6.000 m/s. Also schließen wir uns dieser Theorie natürlich gerne an.

Aber: Leider erklären diese Messungen weder die großen Unterschiede in der Klangqualität unserer Stangen, noch warum zum Beispiel Holzbögen mit einer niedrigeren Schalleitgeschwindigkeit oft besser klingen als solche mit einer höheren. Nach unseren Analysen scheint es vielmehr so zu sein, dass die Struktur der Fasern in diesen Werkstoffen die entscheidende Rolle spielt, wie ein Bogen (oder Instrument) schwingt.


2. Die Stimmung der Bögen (und Instrumente)

Nirgendwo in der Literatur über den Bogenbau wird die "Stimmung" der Bögen erwähnt - ist sie also unwichtig oder nicht beeinflussbar? Erst, als wir umfangreiche Untersuchungen und Versuche mit Instrumenten gemacht hatten, wurde klar, welch entscheidenden Einfluss auf die Klangfarbe zum Beispiel der Bassbalken hat. Das brachte uns auf die Idee, analog dazu die Steifigkeit und Masse der Bogenstange zu variieren, und tatsächlich fanden wir nach einigen Versuchsreihen für die einzelnen Instrumentengattungen die richtige Einstellung.


3. Das Rauschen - der Saiten - oder sind es die Bögen?

Irgendwie rauscht es ja immer. Die Hintergrundstrahlung des Urknalls von vor 13,7 Milliarden Jahren zum Beispiel wurde als ein astronomisches Rauschen entdeckt. Und auch bei den Saiteninstrumenten rauscht es ganz schön. Glücklicherweise rauschen allerdings Arcus-Bögen sehr wenig. Anfangs vermuteten wir, dass die Kunststoffmatrix der Stange dieses Rauschen absorbieren würde. Erst vor wenigen Jahren kamen wir dann darauf, dass wohl die Bogenstangen das Rauschen selbst erzeugen. Womöglich sind es Reflektionen bzw. Störungen am umlaufenden "Knick" der Bogenstange, der bei einer vollständigen, harmonischen Schwingung derselben entsteht (analog zur Schwingung der Saiten). Dabei scheint der Durchmesser (bzw. bei hohlen Bögen die Wandstärke) der Stange eine wesentliche Rolle zu spielen, wie sich empirisch ermitteln lässt.


4. Schmerzen in Hand und Arm - Wo liegt die Ursache: In der Spieltechnik oder im Bogen?

Fast jeder Streicher kennt die Ermüdung des rechten Arms nach langen Proben und Konzerten - bei manchen entwickeln sich sogar höchst unangenehme Beschwerden bis hin zu chronischen Entzündungen. Als eine letzte Hoffnung versuchten es schon kurz nach unserem Markteintritt manche verzweifelte Musiker, denen auch keine Umstellung in der Spieltechnik half, mit einem unserer "leichten" Bögen - und die Schmerzen verschwanden. Ist ja logisch: weniger Masse bedeutet weniger Arbeit also Entlastung. Warum aber klappt das aber auch mit Cellisten - schließlich wiegen unsere Cellobögen doch noch mehr als ein Holz-Violinbogen? Eine umfassende Recherche und Messungen an Bögen ergab, dass sowohl klassische Bögen als auch die menschliche Hand bzw. der Unterarm ihre Hauptresonanz bei etwa 15-20 Herz haben. (Ähnliche Probleme kennt man zum Beispiel auch von Arbeitsmaschinen und Tennisschlägern.) Durch ihre ganz andere Bauweise und Stimmung liegt bei Arcus-Bögen die Grundstimmung wesentlich höher, nämlich bei etwa 50 Herz, und damit weit außerhalb des gefährlichen Bereichs.

Mehr zu diesem Thema finden Sie hier.


Mehr zur Geschichte der Bögen.

Wie die Arcus-Bögen entstanden sind, der Werdegang einer Idee.

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